Andre Daus

Wie viele Arbeitsplätze kostet die Digitalisierung?

22.07.2019 | 2 Minuten Lesezeit

Wie viele Arbeitsplätze fallen weg, wenn ich jetzt digitalisiere? Woran mache ich fest, ob ein Arbeitsplatz überhaupt wegfällt und was kommt positiv wie negativ auf mich zu? Pauschale Antworten gibt es hier nicht, denn wie viele Arbeitsplätze durch die Digitalisierung wegfallen, hängt zum Teil auch von den Mitarbeitern selbst ab.


Wie viele Arbeitsplätze kostet die Digitalisierung?

Geht es um den Wegfall von Arbeitsplätzen lassen sich Verbraucherschützer und Gewerkschafter gerne zu dramatischen Aussagen hinreißen. Da wird von hunderttausenden Stellen gesprochen, die im Zuge der Digitalisierung überflüssig werden. Fakt ist, die Digitalisierung ersetzt bestimmt Tätigkeiten, die nicht mehr manuell durchgeführt werden müssen und es ist natürlich günstiger einen Techniker zu haben, der sich um die Computer von zehn Filialen kümmert, als in jeder Filiale einen Mitarbeiter zu haben. Über die Frage wie viele Arbeitsplätze dies letztendlich kostet, lässt sich lange philosophieren, aber bleiben Sie absoluten Zahlen gegenüber skeptisch – es lässt sich nicht pauschalisieren.

Automatisiert heißt nicht von selbst

Nur weil im Zuge der Digitalisierung Prozesse automatisiert werden, heißt es noch nicht, dass alles von selbst läuft. Es wird jemand benötigt, der die Wartung durchführt, die Programmierung übernimmt, alles anpasst, Änderungen vornimmt, Optimierung und Entwicklung vorantreibt sowie eigene Ideen einbringt. Wenn Sie einen Prozess haben, der vollkommen automatisiert ist, dann kann dieser an sich keine neuen Ideen liefern. Für so etwas brauchen Sie Menschen, denn nur von einem Menschen kommen neue Ideen, die etwas verbessern können. Natürlich kann auch ein Computer bestimmte Verbesserungen vornehmen, wenn er über einen Optimierungsalgorithmus verfügt. Anhand der Inputparameter kann der Computer immer wieder nachjustieren und Prozesse optimieren aber eben nur bis zu einem bestimmten Grad.

Prozesse ersetzen keine Menschen

Bei einem Telefonat neulich mit einem großen Mobilfunkanbieter traf ich auch auf einen automatisierten Prozess. Ein Computer hieß mich willkommen und fragte nach meinem Anliegen. Ich wollte eigentlich nur ein neues Telefon bestellen – dies tauchte aber nicht im Algorithmus des Computers auf. Ich fragte also mehrfach nach einem Berater aber der Computer verstand nur, dass ich meine SIM Karte sperren wollte. Am Wochenende erreichte ich endlich einen Mitarbeiter und konnte mein Anliegen vorbringen. Sie sehen also, dass ein automatisierter Prozess noch keine Menschen ersetzt. Selbst wenn sich ein solcher etabliert hat und die Mitarbeiter, die die Telefonate bisher verteilt haben, nicht mehr gebraucht werden, braucht es dennoch jemanden der sich um den Kundensupport und Kundenanfragen kümmert. An dieser Stelle muss jemand sitzen, der das versteht und nachvollziehen kann. Jemand, der sich auch Gedanken darüber macht: Funktioniert das so wie es soll? Brauchen wir neue Funktionen? Müssen wir Funktionen vielleicht anpassen?

Mitarbeiter sind wichtig

Mitarbeiter, die sich früher damit auseinandergesetzt haben, sind enorm wertvoll, selbst wenn ihre ursprüngliche Tätigkeit wegrationalisiert wird, indem sie durch einen Computer ersetzt wird. An dieser Stelle hilft der Mitarbeiter Dinge weiterzuentwickeln. Schauen Sie sich Ihre Mitarbeiter an. Wenn Sie solche haben, die nach dem Motto arbeiten: „das gleich habe ich schon vor 15 Jahren so gemacht und ich bin nicht bereit mich zu ändern“, haben Sie die falschen an Bord und können üblicherweise auch auf diese verzichten. Das klingt sehr hart, aber wenn es darum geht, das Geschäft nach vorne zu bringen, dann ist das der Weg, den man gehen muss. Die Mitarbeiter hingegen, die das total spannend finden und mitgehen wollen, können als Innovatoren nach vorne gehen und andere mitziehen. Die Mehrzahl wird wohl sagen, dass sie sich umstellen muss, weil sie ihren Job behalten möchte. Auch diese Mitarbeiter können Sie gebrauchen. Wenn Sie sich alles insgesamt angesehen haben, dann überlegen Sie, welchen Ihrer Mitarbeiter Sie zukünftig wo einsetzen können. Danach entwickeln Sie eine Strategie, dann wissen Sie auch nach und nach wie viele Mitarbeiter die Digitalisierung Ihr Unternehmen kosten wird.

Das Thema Wegfall von Arbeitsplätzen durch die Digitalisierung bietet viel Diskussionsstoff. Wenn Sie darüber sprechen möchten, dann schreiben Sie mir unter fragen@andredaus.com, rufen Sie mich an oder vereinbaren Sie einen Termin.

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