Andre Daus

Growth hacking – der Schlüssel für Erfolg?

04.12.2019 | 2 Minuten Lesezeit

Growth hacking begegnet mir immer häufiger als Schlüssel zum Erfolg – doch ich denke nicht, dass das funktioniert. Für mich klingt das nach „wie werde ich schnell reich?“. Ein Produkt wird angefertigt, auf den Markt geworfen und dann hackt man sich in das Wachstum. Diese Methode ist üblicherweise nicht von Erfolg gekrönt.

Growth HackingStart-ups gehen in der Regel so vor – sie wollen ein Produkt oder eine Idee möglichst schnell und erfolgreich auf den Markt bringen. Dieses »schnell, schnell« gibt es im Business üblicherweise nicht. Natürlich gibt es auch hier wenige Ausnahmen, in denen ein Produkt genau den Zeitgeist getroffen hat – doch das ist eher Glückssache. Es gibt kein 1-2-3-Schema, nach dem Sie diese Implementierung aufbauen können. Sollte Ihnen jemand so etwas erzählen, dann seien Sie stets skeptisch und hinterfragen Sie.

Gleiches Schema = keiner hört zu

Jeff Gardner, CEO von intercom, hat hierzu einen Vortag gehalten, in dem es unter anderem darum ging, wie man denn gut wächst. Das erinnerte mich sehr stark an die Deutsche Bahn.   Häufige Bahnfahrer kennen mit Sicherheit die immer gleichen Ansagen in den Zügen: In welchem Zug man sich befindet, wohin dieser Zug fährt, welche Zwischenhalte geplant sind, wo sich das Bordbistro befindet usw. – ein stetig wiederkehrendes Schema auf Zugreisen. Doch es gab immer mal wieder Mitarbeiter, die davon abgewichen sind. Das führte dazu, dass die Reisenden noch einmal genauer hingehört haben, weil es plötzlich anders als die Norm war. Viele Kunden hören gar nicht mehr richtig hin, wenn alles nach dem gleichen Schema abläuft.

Um dem Teufelskreis der ewig gleichen Schemata zu entkommen, möchte ich erneut auf Jeff Gardner zurückgreifen. Dieser ermutigte seine Mitarbeiter, sie selbst zu sein. In vielen Unternehmen werden Leitlinien erstellt, wie damals bei der Deutschen Bahn. Es wird genau gesagt, wie vorzugehen ist, an was sich die Mitarbeiter halten sollten und dann liefe alles gut. Ein Wachstum war aber nicht abzusehen. Wenn Sie Ihre Kunden einmal fragen, was ihnen gefällt und wo sie Verbesserungsbedarf sehen, dann erkennen Sie schnell, dass Individualisierung ein großes Thema ist. Nicht jeder Kunde ist gleich und so speziell Ihre Kunden sind, so speziell sind auch deren Bedürfnisse, auf die Sie eingehen müssen. Das Gleiche gilt auch für Ihre Mitarbeiter. Dürfen diese in einem gewissen Rahmen sie selbst sein, dann fördern Sie eine Kultur im Unternehmen, die einerseits für die Mitarbeiter den großen Vorteil bringt, dass sie sich wohler fühlen, andererseits fördern Sie auch die Zustimmung der Kunden, weil diese es mit authentischen Mitarbeitern zu haben, die nicht einstudiert nach gewissen Vorgaben handeln. Erzählen z. B. Zugbegleiter immer wieder das Gleiche, ist das nicht authentisch oder natürlich. Finden Mitarbeiter ihre eigenen Wege im Kundenumgang, können Sie hervorstechen. Das gelingt, wenn Sie individueller sind und auch Individualität zulassen.

Offen sein für Neues

Wir hatten früher in unserem Unternehmen eine Ideenliste. Diese diente natürlich dazu, neue Ideen vorzubringen aber auch dazu, wie bereits Vorhandenes anders oder erweitert genutzt werden kann. Ein Mitarbeiter kam auf den Gedanken die unternehmensweite Netzwerkstruktur zu nutzen, um z. B. Netzwerkpartys zu veranstalten, schließlich sei das Netzwerk sehr groß und gut ausgebaut. Aus Sicherheitsgründen wurde diese Idee damals zwar abgelehnt, aber der Grundgedanke über den Tellerrand hinauszublicken, um zu sehen, was vielleicht alles noch möglich ist, ist sehr wertvoll. Diskutieren Sie neue Ideen in der Gruppe, vielleicht kommen Sie insgesamt noch auf ganz andere Einfälle, die Sie umsetzen könnten. Fördern Sie die Individualität Ihrer Mitarbeiter, fördern Sie den individuellen Umgang mit dem Kunden und am Ende werden Sie sehen, Sie stehen deutlich besser da als die Konkurrenz, die nach einem Standardschema vorgeht, weil sie denkt, damit vermeintlich schnell reich werden zu können.

Dieses Thema betriff auch Ihr Unternehmen? Dann schreiben Sie mir unter fragen@andredaus.com.

Jetzt kostenfrei Termin vereinbaren

Ähnliche Beiträge

zurück